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AKTUELLE MELDUNG VOM 07.12.2012
Wahlkreistag von Irene Köhne in Lichterfelde Süd

In vier Stunden mit Raed Saleh, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Perspektiven für den Kiez der Thermometersiedlung und das Gelände der "ParksRange" entwickelt

 

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Zu ihrem Wahlkreistag in Lichterfelde Süd am 7. Dezember 2012 hatte Irene Köhne (MdA) Raed Saleh, den Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, für gute vier Stunden gebucht. Insofern gab es an jenem Tag zwischen 11 und 15 Uhr ein sehr komprimiertes und vielfältiges Programm: Los ging es im neuen "Politladen" in der Celciusstraße 62, der als Kooperationsprojekt der Parteien CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Piratenpartei am Tag zuvor eröffnet worden war und der ab sofort den Bewohnerinnen und Bewohnern der Siedlung für politische Gespräche und Rat in Alltagsfragen zur Verfügung steht. Raed Saleh kam sogleich mit einem Bürger aus dem Kiez ins Gespräch und beide tauschten ihre Erfahrungen mit dem Leben in "schwierigeren" Stadtteilen aus.

Bei Sonnenstrahlen im Schnee ging es anschließend mit Anne Loba von der Reitergemeinschaft Holderhof auf große Tour durch die "ParksRange". Alle bestaunten die naturbelassene und großflächige Koppel am südlichen Stadtrand, die in den kommenden Jahren - auch forciert durch die neue Eigentümerin der Groth Development GmbH & Co. KG - zum städtebaulichen Entwicklungsgebiet werden soll. Im Gespräch mit den Beteiligten informierte sich Raed Saleh sehr tiefgründig über die Interessen und Nutzungsansprüche, die von den verschiedenen Seiten an das Gelände artikuliert werden. Mit einer Randbebauung südlich der Réaumurstraße hat auch Anne Loba mit ihrem Pferdehof keine Probleme, insofern sozialverträglich gebaut und die vorhandene Gewerbestruktur behutsam in die neue städtebauliche Umgebung eingebettet wird. Wie südlich der Réaumurstraße gebaut wird - das ist allerdings noch nicht abgemacht: Die SPD wird sich in jedem Fall für bezahlbaren Wohnraum, favorisiert genossenschaftlichen Wohnungsbau, einsetzen, der einerseits keine Fortsetzung der baulichen Struktur der Thermometersiedlung bedeutet, andererseits aber auch Einfamilienhäuser und Reihenhäuser mit größeren Privatgärten nur an den südlichen Ausläufern der Bebauung zum Landschaftspark hin vorsieht. Raed Saleh regte an, nach dem "Hamburger Modell" zu verfahren: Eine Baugenehmigung wird nur dann erteilt, wenn der Investor bestimmte soziale Auflagen und Standards bei der Umsetzung der städtebaulichen Entwicklungsplanungen berücksichtigt.

Von der "ParksRange" ging es ein Stück den Landweg entlang zum Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum - genannt "KiJuNa" - in der Scheelestraße 145. Die Einrichtung, die für Kinder und Jugendliche vielfältige Angebote im offenen und im Projektbereich vorhält, wird vom Verein Stadtteilzentrum Steglitz e.V. getragen, der im Jahr 1995 mit einem kleinen Nachbarschaftstreff in der Wedellstraße in Lankwitz begonnen hatte und sich über die Jahre zu einem professionellen Träger mit mehreren sozialen Einrichtungen im Bezirk - darunter auch Kindertagesstätten und Schulstationen - gemausert hat. Veronika Mampel als Geschäftsführerin und Mitbegründerin des Vereins informierte die Gekommenen speziell über ihre Arbeit in der Thermometersiedlung und formulierte ihr Wunschziel, mit den Einrichtungen irgendwann in eine Regelfinanzierung überführt zu werden. Eine große Erleichterung wäre es auch, wenn der Kiez als "Quartiersmanagement-Gebiet" klassifiziert würde und dadurch umfangreichere Fördergelder durch die Senatsebene erhalten könnte. Von Seiten der ehemaligen Bezirksstadträtin für Jugend, Schule und Umwelt, Anke Otto (Bündnis 90/Die Grünen), war vor einigen Jahren ein entsprechender Antrag forciert, letztendlich aber nicht weiterverfolgt worden. Der Fraktionsvorsitzende Raed Saleh machte deutlich, dass er den Wert von kontinuierlichen Freizeitangeboten, mit denen die Kinder und Jugendlichen auch "mitwachsen", erkenne, zumal er selbst im heutigen "Quartiersmanagement-Gebiet" Falkenhagener Feld in Spandau aufgewachen sei und dort regelmäßig das Jugendzentrum in der Obstallee besucht habe. Gemeinsam mit Irene Köhne soll der "Quartiersmanagement-Gedanke" für die Thermometersiedlung weiterverfolgt werden, auch wenn aktuell noch nicht ganz sicher ist, wie es mit dem Förderprogramm "Soziale Stadt - Stadtteile mit besonderen Entwicklungsbedarf" im Jahr 2013 weitergehen wird und welche Änderungen es im Bereich des "Berliner Quartiersmanagements" geben wird. "Quartiersmanagement" bedeutet allerdings nicht per se eine externe Einflussnahme: In einigen Kiezen übernehmen auch gegenwärtig Bündnisse der verschiedenen Akteure die Trägerschaft. Und dass es in der Thermometersiedlung umfangreiche Netzwerkbildungen zwischen den einzelnen Akteuren gibt - davon konnten sich die Gäste bei ihrem weiteren Rundgang überzeugen.

Besucht wurden weiterhin der interkulturelle Kinder-, Jugend- und Familienstützpunkt Bus-Stop e.V. in der Celciusstraße 71-73, über dessen Arbeit auch die rbb Abendschau am Tag zuvor im Zusammenhang mit der Eröffnung des "Politladens" berichtet hatte. Den Abschluss markierte ein Besuch im Nachbarschaftstreffpunkt "kieztreff"/"Altes Waschhaus" in der Celciusstraße 60, getragen vom FAMOS e.V., Verein für familienorientierte sozialpädagogische Hilfen.

Raed Saleh bedankte sich für die vielfältigen Eindrücke, die er im Laufe seines Rundgangs bekommen hatte und sicherte zu, sich für eine sozial- und naturverträgliche Bebauung auf dem Gelände der "ParksRange" und für finanzielle Hilfen für die Arbeit der sozialen Träger in der Thermometersiedlung einzusetzen. Neben Irene Köhne und Raed Saleh waren als Mandatsträgerinnen auch die Bezirksverordneten Christiane Burwitz und Isabel Miels beim Rundgang dabei, weiterhin Claudia Stäuble als Pressesprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus und eine Handvoll engagierte Genossinnen und Genossen, die den Rundgang durch sachdienliche Hinweise und Vor-Ort-Kompetenz bereicherten und auflockerten. Alle waren sich einig, dass der Wahlkreistag von Irene Köhne absolut gelungen war. Und es wird nicht der letzte gewesen sein - auch nicht in der Thermometersiedlung.

Julian Krischan

© Bilder: Julia Holtz/Claudia Stäuble
 
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