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AKTUELLE MELDUNG VOM 13.06.2012
Die Deadline steht: Sanierung des Landeslabors Berlin-Brandenburg muss unmittelbar nach der Sommerpause vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen werden

Es gibt keine Alternative als zu handeln - ansonsten ist das mit Asbest belastete und in gesellschaftlicher Hinsicht elementare Landeslabor Berlin-Brandenburg ab Juli 2013 nicht mehr betriebsfähig

 

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Das Landeslabor Berlin-Brandenburg ist eine gegenwärtige und langfristig durch Staatsvertrag institutionalisierte Zwei-Länder-Einrichtung der Länder Berlin und Brandenburg. Es führt unter anderem umfassende Forschungsdiagnostiken in den Bereichen Lebensmittel, Arzneimittel, Kosmetika, Futtermittel, Pestizide und Infektionen durch und bündelt damit alle staatlichen Kapazitäten der beiden Länder im Bereich chemischer und biologischer Laborforschung. So zählen beispielsweise die bezirklichen Gesundheitsämter zu den Kunden des Labors, es werden aber auch Leistungen für private Auftraggeber erbracht. Mit seinen Diensten kann das Labor auf eine Geschichte von ganzen 109 Jahren zurückblicken, und in Zeiten der Stadtteilung, und weiter bis zum Jahr 1995, weideten vor dem Labor Schafe und grunzten Schweine - dort, wo aktuell seit dem 31. Mai 2012 die Wendeschleife für die neue Straßenbahnstrecke Hauptbahnhof - Nordbahnhof gebaut wird. Bei einem solch dynamischen Betrieb ist es selbstverständlich, dass das Laborgebäude aus dem Jahr 1978 - mit der damals zeittypischen hochmodernen Architektur - mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Und es gibt akuten Handlungsbedarf: Nachdem bereits seit dem Jahr 1989 eine erhöhte Asbestbelastung bekannt ist, muss jetzt dringend gehandelt werden. Das Labor ist aktuell nach dem Steglitzer Kreisel das am zweiten stärkste mit Asbest belastete Gebäude in Berlin. Geschieht bis zum Beginn der zweiten Jahreshälfte 2013 nichts, verliert die Einrichtung ihre Akkreditierung und ist nicht mehr betriebsfähig.

Gemeinsam mit Staatssekretärin Sabine Toepfer-Kataw (CDU), Klara Geywitz (MdL Brandenburg, SPD Potsdam), Thomas Isenberg (MdA, SPD Berlin), ihren Mitarbeitern und Rainer Zisgen, wissenschaftlicher Referent der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus Berlin, besuchte MdA Irene Köhne in ihrer Funktion als Verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion am vergangenen Freitag das Landeslabor. In nahezu vier Stunden wurde mit dem Direktor des Labors, Prof. Dr. Roland Körber, den verschiedenen Fachbereichsleitern und dem technischen Leiter des Hauses, Dr. Hans Boehme, viel diskutiert, viel inspiziert und viel voneinander gelernt.

Aktuell prüft die Berliner Landesgesellschaft "BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH" drei Handlungsoptionen im Hinblick auf das sanierungsbedürftige Laborgebäude. Die Entscheidung für eine der drei Varianten muss im Abgeordnetenhaus nach der Sommerpause, sprich Ende August, fallen. Die Stoßrichtungen der drei Varianten sind bereits grob umrissen:
Nach Variante 1 bleibt es beim bisherigen Laborstandort, die Labore im Gebäude werden sukzessive saniert, während der laufende Betrieb auf Laborcontainer auf dem Parkplatz verlagert wird. Man nimmt an, dass der Sanierungsprozess nach diesem Szenario bis zu sieben Jahren dauern könnte, da alle Labore über den gesamten Zeitraum funktionsfähig bleiben müssen, und mitunter ziemlich teuer werden könnte, da als Laborcontainer nur Spezial-Container der Bundeswehr in Frage kommen, die dann vom Bund angemietet werden müssen.
Nach Variante 2 werden bestehende Gebäudeeinrichtungen des Landes Berlin als Heimstatt für das Labor geprüft, nach Variante 3 auf geeigneter Fläche ein Neubau errichtet.
Zu bedenken wäre bei den Varianten 2 und 3, dass ein neuer Standort von der Lage ebenso zentral sein müsste wie der aktuelle, da sonst auf Dauer ein teurer Kurierdienst für die Zu- und Ablieferungen einzurichten wäre. Außerdem hat das aktuelle und optimal über alle Verkehrswege erreichbare Grundstück (Tiergartentunnel, Schienenweg) durch seine Lage prinzipiell einen hohen Wert für das Land Berlin, der im Fall eines Verkaufes zusammen mit dem mit Asbest belasteten Gebäude verloren ginge.

Eine Privatisierung des Labors kommt nach Auffassung aller am Freitag Anwesenden kurz-, wie auch langfristig nicht in Betracht. Die erbrachten Laborleistungen müssen weiterhin zu hundert Prozent neutral und damit auch zu hundert Prozent unabhängig von Dritten sein. Außerdem erbringt das Labor auch Vorleistungen bei nicht auszuschließenden Krisenszenarien, wie beispielsweise angesichts der Vogel- beziehungsweise Schweinegrippe. Eine private Einrichtung wäre nicht in der Lage, in kürzester Zeit umfassende Mengen an Impfstoff zu produzieren, und auch ein verkürzter Vergabeprozess wäre in Krisenzeiten schon zu lang.

Außerdem machte Irene Köhne klar, dass sich die Berliner SPD nachdrücklich für adäquate Arbeitsbedingungen im Landeslabor einsetzen werde, die zur Zeit durch den Sanierungsstau oftmals nicht gegeben sind.

 

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