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Flüchtlinge willkommen heißen

Dialogveranstaltung zum geplanten "Containerdorf" für Flüchtlinge am Ostpreußendamm 108 in Lichterfelde Süd

 

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In einer Dialogveranstaltung hatten am 23. Februar Bewohnerinnen und Bewohner aus Lichterfelde Süd Gelegenheit, Näheres über den bevorstehenden Bau der Flüchtlingsunterkunft am Ostpreußendamm 108 zu erfahren. Als Gesprächspartner auf dem Podium in der Louise-Schröder-Schule standen Bezirksbürgermeister Norbert Kopp, die Abgeordnete Cornelia Seibeld, Franz Allert vom Landesamt für Gesundheit und Soziales und Dirk Gerstle, Staatssekretär für Soziales, zu Frage und Antwort bereit. Die Moderation übernahmen Aylin Karadeniz und Daniela Schneider von der Stiftung SPI/Mobiles Beratungsteam "Ostkreuz", Veranstalter war der Verein Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Jüngsten Schätzungen zufolge wird auch in diesem Jahr der Zustrom an Flüchtlingen weiter anhalten, nachdem auch in den ersten sieben Wochen diesen Jahres bereits 3.000 Flüchtlinge in Berlin eingetroffen sind. Von offizieller Seite wurde für das vergangene Jahr mit 7.000 Flüchtlingen für Berlin gerechnet, diese Prognose mit letztlich 12.500 allerdings weit übertroffen. Die Folge aus diesen Umständen ist ein besonders dringlicher Bedarf an Wohnraum für diese Menschen, die oft von traumatischen Erfahrungen und Kriegserlebnissen geprägt sind.

Im Bezirk erfolgt die Unterbringung der Flüchtlinge momentan vor allem an Interimsstandorten wie in der Turnhalle an der Lippstädter Straße. Eine dauerhafte Lösung kann dies mit Blick auf humane Lebensbedingungen nicht sein, weswegen das Land Berlin aktuell sechs stationäre Unterkunftsstandorte auf landeseigenen Grundstücken plant und umsetzt. Zwei dieser sechs Standorte werden sich im Bezirk Steglitz-Zehlendorf befinden, der Standort am Ostpreußendamm 108 ist fest projektiert.

Wie sich im Rahmen der Veranstaltung zeigte, sind die Anwohnerinnen und Anwohner mit Blick auf die geplante Unterkunft der Flüchtlinge positiv gestimmt. Viele erklärten spontan ihre Bereitschaft, sich auf einen Austausch mit den neuen Bewohnern einzulassen. In Bezug auf den gewählten Standort wurden lediglich detailliertere Verfahrensfragen konstruktiv diskutiert, so unter anderem in Bezug auf die Gewährleistung eines Sichtschutzes hin zur bestehenden Bebauung entlang der Feldstraße. Das Gelände selbst wird wegen des großen Gefälles an den Rändern aufgeschüttet werden müssen, die bestehende Fahrrad-Crossbahn auf der südlichen Flanke soll aber erhalten bleiben. Die Trägerschaft für die Flüchtlingsunterkunft wird der Diakonieverein Zehlendorf übernehmen, der durch Sozialarbeit mit besonders schwierigen Jugendlichen und anderen Personengruppen bereits über zahlreiche Erfahrungen verfügt.

Auch Irene Köhne als Abgeordente der SPD für den Wahlkreis freute sich, dass für die Betreuung der neuen Flüchtlingsunterkunft mit dem Diakonieverein Zehlendorf ein zuverlässiger Träger aus dem Bezirk gefunden wurde. "Besonders wichtig ist es aber auch, dass die Kinder der Flüchtlingsfamilien aus Syrien und aus anderen Ländern Unterrichtsangebote in den umliegenden Schulen finden und in die Schulgemeinschaften integriert werden", äußerte die Abgeordnete gegenüber dem Bezirksbürgermeister. Etwas überdimensioniert erscheine auch die Beauftragung eines Wachschutzes für das Gelände der Flüchtlingsunterkunft von vorneherein. Auf diese Weise entsteht leicht ein Eindruck von Stigmatisierung.

Die Integration der Flüchtlinge in die hiesige Gesellschaft ist jedoch mehr als bürokratische Verwaltungsakte und Juristerei. Auf diese Weise war das Podium auch in dieser – und nicht nur in parteipolitischer Hinsicht – einseitig besetzt. Angemessen wäre insbesondere gewesen, die Vorstandsoberin des Diakonievereins als Gesprächspartnerin auf dem Podium zu beteiligen. Ebenso hätten die Einladungen über die direkte Nachbarschaft der neuen Flüchtlingsunterkunft hinaus verteilt werden können, um einen noch breiteren Diskussionsprozess anzustoßen.

Eine Schlüsselrolle an der Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Flüchtlingen nimmt das Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf ein, das auf der Veranstaltung auch eher nur beiläufig erwähnt wurde. Wer tatkräftig mit anpacken oder spenden möchte, findet alle weiteren Informationen auf dem nachfolgenden Flyer des Willkommensbündnisses.

 

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