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AKTUELLE MELDUNG VOM 16.01.2014
Abgeordnete kämpfen für Glascontainer vor der Haustür

Manche Ausschusssitzung bleibt einem noch lange in Erinnerung. So wie die gestrige des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Die Besucherreihen waren bis zum letzten Stuhl gefüllt, Pressevertreter zahlreich vertreten und gleich 9 Anzuhörende wurden umfassend und über mehrere Stunden befragt.

 

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Die ganze Aufregung war verursacht worden durch das Entfernen von 7.500 Glascontainern aus den Hinterhöfen der drei östlichen Stadtbezirke Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Lichtenberg durch die Firma "Duales System Deutschland" (DSD). Diese begründet ihr von allen Seiten unter heftiger Kritik stehendes überstürztes Vorgehen mit der nachlassenden Trennqualität des Glases. Zukünftig sollen, so die Idee dahinter, die Bewohner der betreffenden Häuser ihr gesammeltes Altglas zu zentralen Sammeliglus bringen, was angeblich die Trennqualität erhöhen und sogenannten "Fehlwürfe" verringern soll. Und als ob dies bei den Betroffenen Bürgern in den vergangenen Tagen nicht schon genug berechtigte Aufregung hervorgerufen hätte, plant die DSD sogar, dies langfristig in allen Berliner Bezirken umzusetzen.
Die Empörung in allen politischen Lagern (fraktionsübergreifend), aber auch bei den Umweltverbänden und den Wohnungsgesellschaften, war entsprechend groß und auch aus den Regierungsfraktionen ging man selten kritisch auch mit der eigenen Senatsverwaltung ins Gericht.
Im Verlaufe der Anhörung bestätigte sich dann, was bereits vorher vermutet worden war: Die überstürzte Beseitigung des wohnungsnahen Holsystems in den drei genannten Bezirken ist mit einer verheerend schlechten Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren vorstatten gegangen. Es scheint, als ginge es dem verantwortlichen Unternehmen (der DSD) einzig um die Verbesserung der eigenen Kostenbilanz. Die Auswirkungen auf das bei der Berliner Bevölkerung mittlerweile bewährte wohnortnahe Trennsystem, auf die Restmüllentsorgungskosten, auf die Konsequenzen für Wohnungsunternehmen und Mieter und viele andere Fragen mehr wurden nicht berücksichtigt. Auch hatte die Suche nach Alternativen, um die Qualität des Glases zu erhöhen, offenbar keine Priorität.
Uns so waren sich alle Abgeordneten, selten wie nie, einig: Es muss schnellstmöglich gemeinsam mit der DSD eine Lösung für die entstandene Problematik gefunden werden - sonst müsse rasch politisch reagiert werden. Wie dies genau aussehen könnte ist noch unklar. Hier muss gemeinsam mit der Senatsverwaltung in den kommenden Wochen nach einem gangbaren Weg gesucht werden. Es bleibt also spannend!

 
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